Flexiblere Nutzung und Benutzungsordnung (der P+R Anlagen)

Park & Ride stellt die Schnittstelle zwischen dem motorisierten Individualverkehr (MIV) und dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dar. Die P+R Anlagen geben vor allem Berufspendlern die Möglichkeit, ihr Fahrzeug möglichst wohnortnah abzustellen, um dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Stadtzentrum zu erreichen. Vorrangiges Ziel der P+R Anlagen ist es dabei, den MIV relativ frühzeitig vor der Stadtgrenze „abzufangen“ und die Kunden zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen.

Die Finanzierung der Errichtung einer P+R Anlage kann mit hierfür zweckgebundenen Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) und aus Stellplatzablösemitteln der Landeshauptstadt München erfolgen. Vor diesem Hintergrund sehen die Benutzungsordnungen der P+R Anlagen bislang vor, dass die Benutzung nur den Kunden gestattet ist, die mit den dort verkehrenden öffentlichen Verkehrsmitteln ihre Fahrt fortsetzen. Aus dem gleichen Grund schreiben die Einstellbedingungen derzeit weiter vor, dass auch ein dauerhaftes Parken über Nacht (z.B. für mehrere Tage) selbst bei Nutzung des ÖPNV nicht erlaubt ist.

Zielsetzung der Arbeitsgruppe „flexiblere Nutzung und Benutzungsordnung“ ist es nun, zu untersuchen, inwiefern P+R Anlagen in tatsächlicher und rechtlicher Sicht neben dem P+R Verkehr zu auslastungsschwachen Zeiten auch einer anderweitigen Nutzung zugänglich gemacht werden können. Aufgabe ist es, mögliche Potentiale der Flexibilisierung herauszuarbeiten, den konkreten Bedarf für eine Neuregelung zu klären sowie deren Verträglichkeit mit dem eigentlichen Zweck der P+R Anlage sicher zu stellen.

Dabei gilt es, die Benutzungsordnungen der Anlagen so zu verfassen, dass der P+R Verkehr ungehindert möglich ist. Die Verdrängung durch andere Nutzungen ist dabei auszuschließen. Denkbar ist danach sowohl eine zeitliche Flexibilisierung der Höchstparkdauer, als auch die rein funktionale Zulassung anderer Verkehre und Nutzungen auf den P+R Anlagen.

Besonderes Augenmerk ist bei der Erarbeitung der einzelnen Themenfelder stets auf eine praxisgerechte und wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung der Maßnahme zu legen. Insbesondere ist die Intensität des Kontrollaufwands zu berücksichtigen.

Beispiele für eine bereits erfolgreich praktizierte flexible Nutzung sind das P+R-Haus Fröttmaning, das an Spieltagen auch für Besucher der Allianz-Arena geöffnet ist, oder die P+R-Anlage Messestadt Ost, die auch Messebesuchern offensteht. An beiden Anlagen ist auch mehrtägiges Parken möglich.

Der Bahnhof Herrsching wurde von der Arbeitsgruppe P+R regional als Demonstrator für eine flexible Benutzerordnung bzw. Mehrfachnutzung ausgewählt. Obwohl der ursprünglich vorgesehene Bau eines Parkdecks per Volksentscheid abgelehnt wurde, wird auch auf der neu errichteten, ebenerdigen P+R-Anlage eine kostenpflichtige Nebennutzung durch Besucher und Badegäste möglich sein.