Stadt Moosburg an der Isar

Ermittlung der verkehrlichen Wirkungen einer Entgelterhebung an P+R-Anlagen:
Vorher-Nachher-Untersuchung in Moosburg

Um mögliche verkehrliche Verdrängungseffekte einer Entgelterhebung an P+R Anlagen in der Region München beurteilen zu können, müssen die Wirkungen dieser Maßnahme untersucht werden.

In der Stadt Moosburg a.d. Isar wurde bereits im Dezember 2006 ein neues P+R Parkdeck fertig gestellt, für das zukünftig eine Entgelterhebung geplant ist: Ein idealer Rahmen für eine Vorher-Nachher-Untersuchung, deren Ergebnisse auch als Referenzwerte für andere Anlagen herangezogen werden können.


Neues P+R-Parkdeck in Moosburg

Die Stadt Moosburg a.d. Isar liegt im Landkreis Freising, ca. 55 km nordöstlich vom Münchner Stadtzentrum. Sie besitzt einen Regionalzughalt der Bahnlinie Landshut – München, die Fahrtdauer ins Zentrum von München beträgt ca. 40 Minuten.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden 50 Stellplätzen wurden hier in dem 3-geschossigen Parkdeck 269 Stellplätze neu errichtet, so dass nun insgesamt 319 P+R Stellplätze zur Verfügung stehen.


Vorher-Nachher-Untersuchung

Eine Befragung sollte Aufschluss über die derzeitige Nutzerstruktur geben und mögliche Verhaltensänderungen nach Einführung einer Kostenpflicht vorab abschätzen helfen. Dazu sind im Mai 2007 - also vor Einführung von Parkentgelten - die Nutzer des Parkdecks befragt worden.

Auszüge aus den Befragungsergebnissen:

Auf die Frage, welche alternativen Verkehrsmittel für diese Fahrt genutzt werden, gaben lediglich 5% an, als Fahrtalternative die gesamte Strecke mit dem Auto zu fahren. Die Mehrheit der Befragten nutzt immer das Angebot P+R.
Im Falle einer Entgelterhebung von 1 Euro pro Tag würden ca. 85% der Befragten weiterhin P+R nutzen. 45% wollen dabei die Anlage unverändert nutzen, 40% gaben allerdings an, ihr Auto im Umfeld der Anlage abstellen zu wollen.

 

Quelle: MVV

Insgesamt zeigt sich das angekündigte Nutzungsverhalten der P+R Nutzer als stabil, es deuten sich kaum Tendenzen zu einer Änderung des Modal Split bei Einführung von Parkpreisen an.

Um graues P+R einzuschränken ist es allerdings notwendig, parallel zur Entgelteinführung die Parkregelungen im Umfeld anzupassen.

Nach der Entgelteinführung wird eine zweite Befragung stattfinden, mit deren Hilfe das tatsächliche Verkehrsverhalten erfasst und mit den vorab getroffenen Aussagen verglichen werden soll.